Ulm Contest 07

Jährlich findet gegen Ende des Jahres in der Reithalle Ulm ein Bmx Contest statt und da Ulm von Innsbruck nicht so gewaltig weit weg ist, entschied ich mich dort hinzufahren. Der Einzige, der noch motiviert war, mitzufahren war der Zösi und seine Freundin, die Tanja.

Der Zösi ist eine eher seltene Spezies, der meist in den zwei Hochsommermonaten auf dem Bmx anzutreffen ist, wenn kein Schnee liegt, er nicht gerade schläft oder als Sanitäter alten Menschen beim sterben zusieht.

Ich schnappte mir also vor der Abreise noch schnell das Navi vom Mike und schon ging´s mit zwei Autos ab Richtung Deutschland. Die Anreise war eher mühsam, weil fast keine Autobahn und auf kurvigen Landstraßen nur langsame, übervorsichtige Autofahrer unterwegs waren. Nach einer Pinkelpause und sogar doch noch ein paar Minuten Autobahn in Deutschland, waren wir dank Navi schnell bei der unbeheizten, arschkalten Halle angekommen.

Wir begutachteten erst mal die dortigen Rampen (alles, was das Herz begehrt), meldeten uns zum Contest an und bemerkten sofort, dass dies wohl die Hochburg der "engen-Hosen" ist. Jedem das seine, aber teilweise waren dort Bmxer auf ihrem Rad unterwegs, die zu den hautengen, viel zu kleinen Hosen ein fast noch engeres Shirt trugen, wo teilweise schon seitlich die Nähte aufrissen vor lauter übertight.

Nach einigen fassungslosen, kopfschüttelnden "wtf" Blicken, begannen auch schon die Vorläufe für´s Finale. Der Contest war übrigens unterteilt in zwei Klassen. A (Pro´s) und B (Amateure). Da in der A Klasse bekannte Namen, wie Markus Wilke und Robin Buck mitfuhren, war klar, dass wir in der B Klasse besser aufgehoben waren.

Aus etwa zwanzig Startern, kamen ich und Alex (aus Wörgl) mit sechs anderen ins Finale. Zösi schaffte es leider nicht. Das Finale sah so aus, dass immer zwei der acht Finalisten gegeneinander antreten und der laut Jury Bessere, kommt eine Runde weiter. Wie es der Zufall will, kam es schon bei der ersten Runde zum Tiroler Duell und ich musste gegen Alex aus Wörgl antreten. Ich zog den kürzeren und wurde somit mit drei anderen Fahrern Fünfter. Alex konnte somit um den dritten Platz kämpfen, war jedoch zu faul und erfroren um anzutreten und fuhr Heim. Es war wirklich kalt in der Halle und man hatte unter dem Contest kaum Zeit sich warm zu machen. Als man dann aufgerufen wurde, musste man unaufgewärmt Vollgas geben und das war wirklich nicht leicht für Körper und Lungen. Vielleicht nur eine Ausrede. Vielleicht aber auch die eiskalte Wahrheit.

Ich wollte mir noch die Pro Finals anschauen und bin deshalb ein wenig länger als der Rest geblieben. Alleine machte ich mich dann gegen Abend auf den Heimweg, als ich auf dem Fernpass Richtung Heimat noch durch die weiße Hölle fuhr. Nur wenige Meter Sicht auf Schneefahrbahn mit Sommerreifen. Danke hier auch an einen unbekannten Autofahrer aus Reute, ohne dessen Rücklichter ich wahrscheinlich in der ersten Kurve schon geradeaus versehentlich abgekürzt hätte. Nächstes Jahr bin ich sicher wieder dabei, werde Winterreifen haben und einen dickeren Pullover.

Tom

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